Rio-16: Ohne Temer war die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele durch Proteste geprägt

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Foto: Carla SantosFoto: Carla Santos

Geschrieben von Felipe Bianchi

Übersetzt von Daniella Bianchi

Am Freitag, 5. August fand in Rio de Janeiro die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele statt. Die Stadt war Schauplatz von Massenprotesten gegen den Interimspräsidenten Michel Temer und den laufenden Putsch, den Brasilien derzeit durchlebt. Trotz der guten Stimmung wegen den Olympischen Spielen gingen Aktivisten auf die Straßen von Copacabana, um gegen Michel Temer zu demonstrieren. Das Motto lautete: „Weg mit Temer! Kein Recht soll abgeschafft werden! Gegen olympische Katastrophen aller Art!“.

Die Zahl der Demonstranten gegen die Unrechtmäßigkeit des Amtsenthebungsverfahrens der Präsidentin Dilma Rousseff wird auf 30.000 geschätzt. Die Volksbewegungen haben auch gegen die Rückschritte der neuen Regierung protestiert, nämlich zum Beispiel die Senkung der öffentlichen Ausgaben und die Abschaffung von Arbeitsrechten.

Die Vermeidung der Pfiffe

Die Medien haben im Laufe der Woche darüber berichtet, dass die Strategie darin bestehe, eine technische Bearbeitung des Tons während Michel Temers Rede durchzuführen, um das Geräusch der Pfiffen zu überdecken. Das war aber nicht nötig, denn der illegitime Präsident, der die Hilfe der technischen Bearbeitung während der Pausen seiner Rede bekommen hätte, hat nicht einmal gewollt, dass seine Anwesenheitangekündigt werde.

Vor der Entzündung der Fackel musste Temer die Olympischen Spiele für eröffnet erklären. Das hat er so schnell wie möglich getan. Aber natürlich nicht ohne ein Pfeifkonzert.

Epidemie von Plakaten undSchildern

Nicht nur auf den Straßen musste die putschistische Regierung mit den Demonstrationen für die Demokratie umgehen. Sehr viele Plakate gegen Michel Temer wurden am 3. Und 4. August während den Frauenfußballspielen in die Höhe gehalten.

Als Reaktion darauf warnte die Regierung, dass die Demonstranten die Konsequenzen daraus tragen werden. In einem schon weit verbreitetes Video verweist das Sicherheitspersonal auf das Verbot.

Nach der Reaktion der Interim- Regierung und dem Polizeibefehl, dass das Sicherheitspersonal die politischen Demonstrationen verhindern sollen ist die Verbreitung der Fotos über soziale Medien unsicher.

AmDonnerstagabend, 4. August hat der brasilianische Musiker und Vertreter der MPB Chico Buarque seine Unzufriedenheit mit der neuen Regierung zum Ausdruck gebracht, als er auf einer künstlerischen Veranstaltung gegen Temer das Lied „Dir zum Trotz“ sang.

Das ist ein sehr bedeutendes Protestlied und wurde seit der diktatorischen Periode in den siebziger Jahren nicht mehr gesungen. Besonders hervorstechend ist die folgende Textstelle, die heute Michel Temer gewidmet ist: „Dir zum Trotz wird morgen ein neuer Tag anbrechen“.